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Path of Exile 2: Wraeclast für Anfänger

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Path of Exile 2 cover

Ihr öffnet zum ersten Mal den passiven Skilltree, seht ein gigantisches Netz aus Knoten und fragt euch, ob ihr aus Versehen eine Steuererklärung gestartet habt? Willkommen bei Path of Exile 2. Das Action-Rollenspiel liebt große Zahlen, verschachtelte Systeme und Beschreibungen, die man besser nicht nur überfliegt. Trotzdem ist der Einstieg deutlich weniger furchteinflößend, als es zunächst wirkt.

Für eure erste Kampagne braucht ihr weder einen bis ins letzte Prozent optimierten Build noch eine Sammlung externer Programme. Ihr müsst auch nicht schon vor dem ersten Gegner wissen, welche Ausrüstung ihr in hundert Stunden tragen wollt. Viel wichtiger sind ein paar solide Grundlagen, regelmäßige Ausrüstungswechsel und die Bereitschaft, tatsächlich zu lesen, was auf euren Fähigkeiten steht. Klingt machbar? Ist es auch.

Welche Liga solltet ihr wählen?

Bevor ihr euren ersten Charakter in Path of Exile 2 erstellt, entscheidet ihr euch für eine Liga. Ligen funktionieren ähnlich wie Seasons in anderen Spielen: Sie bringen eigene Mechaniken mit und besitzen eine getrennte Handelswirtschaft. Für neue Spieler ist die jeweils aktuelle Liga normalerweise die beste Wahl. Dort sind besonders viele Spieler unterwegs, gefundene Gegenstände lassen sich leichter handeln und die Wirtschaft beginnt regelmäßig von vorn.

Zwei Zusatzoptionen solltet ihr beim ersten Durchlauf lieber ignorieren:

  • Hardcore: Der Tod hat deutlich härtere Konsequenzen. Path of Exile 2 findet schon im normalen Modus genug kreative Wege, euch aus den Stiefeln zu hauen.
  • Solo Self-Found: Handel mit anderen Spielern ist deaktiviert. Ihr müsst sämtliche Ausrüstung selbst finden oder herstellen. Das kann später reizvoll sein, nimmt Anfängern aber ein wertvolles Sicherheitsnetz.

Kurz gesagt: Startet in der aktuellen Liga ohne Hardcore und ohne Solo Self-Found. Herausforderungen kommen noch früh genug. Wraeclast ist kein Wellnesshotel.

Path of Exile 2 SS 1

Die Klassenwahl: Spielt, worauf ihr Lust habt

Die Charakterauswahl wirkt klassischer, als sie tatsächlich ist. Hexe, Krieger, Waldläuferin und Co. geben zwar eine grobe Spielrichtung vor, sperren euch aber nicht in ein starres Klassensystem. Grundsätzlich kann jeder Charakter alle Waffen, Rüstungen und Fähigkeiten benutzen, sofern die nötigen Attribute erfüllt sind.

Die Klasse bestimmt vor allem zwei Dinge:

  1. Eure Startposition im gemeinsamen passiven Skilltree. Dadurch erreicht ihr bestimmte Verstärkungen früher als andere Klassen.
  2. Eure später verfügbaren Aszendenzen. Diese Spezialisierungen funktionieren wie Unterklassen und verleihen besonders starke, charaktergebundene passive Fähigkeiten.

Für den ersten Durchlauf solltet ihr nicht vom Endgame aus rückwärts planen. Fragt euch lieber, welche Fantasie euch anspricht. Wollt ihr Elementarmagie durch den Bildschirm jagen? Dann greift zu einer passenden Zauberklasse. Gefällt euch ein flinker Fernkämpfer mit Bogen? Dann ist eine auf Geschicklichkeit ausgelegte Figur naheliegend. Wer lieber Gegnern aus nächster Nähe die Tischmanieren erklärt, sucht sich einen kräftigen Nahkämpfer.

Eure Entscheidung legt den Grundstein für eure Zeit in Path of Exile 2, mauert aber nicht das ganze Haus zu. Experimentieren gehört ausdrücklich dazu.

Path of Exile 2 SS 2

Fähigkeiten sind Gegenstände

Eine der wichtigsten Besonderheiten von Path of Exile 2: Aktive Fähigkeiten sind nicht automatisch an eure Klasse gebunden. Ihr erhaltet sie über Skill Gems, also Fertigkeitsgemmen. Diese besitzen eigene Stufen und bestimmte Anforderungen an Stärke, Geschicklichkeit oder Intelligenz. Einige Skills verlangen zusätzlich eine bestimmte Waffenart.

Ein Zauber wie eine Frostbombe kann beispielsweise mit unterschiedlichen Waffen funktionieren. Ein gezielter Bogenangriff bleibt dagegen nutzlos, wenn ihr mit einem Streitkolben durch die Gegend stapft. Path of Exile 2 ist offen, aber nicht völlig gesetzlos.

Zu Beginn findet ihr ungeschliffene Skill Gems. Benutzt ihr eine solche Gemme, öffnet sich ein Menü, in dem ihr daraus eine passende Fähigkeit herstellt. Die Skills sind nach Waffenarten und Stufen sortiert. Für höherstufige Fähigkeiten benötigt ihr eine entsprechend hochstufige ungeschliffene Gemme sowie die passenden Attribute und gegebenenfalls die richtige Waffe.

Wenn euch das Spiel eine Vorschau der Fähigkeit anbietet, schaut sie euch an. Viele Skills entfalten ihre volle Stärke erst unter bestimmten Bedingungen oder in Kombination mit anderen Angriffen. Ein kurzer Blick erspart euch später die Frage, warum der angeblich starke Zauber ungefähr so bedrohlich wirkt wie ein feuchtes Streichholz.

Habt ihr bereits eine passende Fähigkeit ausgerüstet, könnt ihr höherstufige ungeschliffene Gemmen oft zum Aufwerten verwenden. Priorisiert dabei eure Hauptangriffe und häufig genutzten Zauber. Mehr Schaden verkürzt Kämpfe – und ein toter Gegner kann euch eben schlecht treffen.

Path of Exile 2 SS 3

Support Gems: Mehr Wucht, aber nicht gratis

Support Gems verändern oder verstärken eine aktive Fähigkeit. Sie können beispielsweise das Angriffstempo erhöhen, zusätzliche Projektile erzeugen oder andere Eigenschaften des Skills verbessern. Im Menü wählt ihr zunächst die aktive Fähigkeit und setzt anschließend eine Support-Gemme in einen freien Platz ein.

Für Anfänger in Path of Exile 2 sind die empfohlenen Support Gems ein guter Startpunkt. Das Spiel blendet zunächst Vorschläge ein, die sinnvoll mit dem ausgewählten Skill zusammenarbeiten. Wer später mehr experimentieren möchte, kann die Filterung deaktivieren und sämtliche Optionen durchstöbern.

Beachtet dabei vier Regeln:

  • Manche Support Gems erhöhen die Mana- oder Ressourcenkosten der unterstützten Fähigkeit.
  • Dieselbe Support-Gemme kann nicht mehrfach in ein und demselben Skill stecken.
  • Gleichnamige Supports dürfen aber in verschiedenen Skills verwendet werden.
  • Eine höhere Support-Stufe ist nicht automatisch besser. Starke Boni können mit heftigen Nachteilen verbunden sein.

Support Gems sind den drei Attributen farblich zugeordnet: Rot steht für Stärke, Grün für Geschicklichkeit und Blau für Intelligenz. Eure Werte bestimmen, wie viele Supports der jeweiligen Farbe ihr gleichzeitig nutzen könnt. Alle fünf Punkte in einem Attribut erhöhen die entsprechende Kapazität um eine Gemme.

Die goldene Regel in Path of Exile 2 lautet erneut: Beschreibung lesen. Ein Bonus auf Angriffstempo klingt großartig, bis im Kleingedruckten plötzlich massiv weniger Schaden steht.

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Spirit: Dauerhafte Buffs mit festem Budget

Neben Mana gibt es Spirit als weitere Ressource. Spirit Gems schalten starke passive Fähigkeiten frei, die ihr im Fertigkeitsmenü aktiviert und deaktiviert. Solange eine solche Fähigkeit aktiv ist, reserviert sie einen Teil eures Spirit-Vorrats. Schaltet ihr sie ab, wird die Ressource wieder frei.

Spirit kommt unter anderem für dauerhafte Verstärkungen und Beschwörungen in Path of Exile 2 zum Einsatz. Auch bestimmte Nebenhandgegenstände wie Zepter können Spirit bereitstellen. Ihr müsst die Ressource also nicht ständig auffüllen, sondern entscheidet, wofür ihr euer begrenztes Budget reserviert.

In Akt 1 erhaltet ihr über eine Quest dauerhaftes Spirit und eine erste ungeschliffene Spirit-Gemme. Vergesst nach dem Einsetzen nicht, die Fähigkeit im Skillmenü tatsächlich einzuschalten. Ein perfekter Buff hilft wenig, wenn er untätig im Menü herum vegetiert.

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Mana, Lebensflasche und die Kunst des rechtzeitigen Trinkens

Aktive Fähigkeiten in Path of Exile 2 kosten in der Regel Mana. Dieses regeneriert sich langsam, kann durch Ausrüstung und passive Knoten verbessert und im Notfall mit der Manaflasche aufgefüllt werden. Zusätzlich tragt ihr eine Lebensflasche.

Beide Flaschen arbeiten mit Ladungen. Jeder Schluck verbraucht einen Teil davon. Neue Ladungen erhaltet ihr durch besiegte Gegner, an Brunnen in Städten und an Checkpoints. Das System belohnt aktives Spielen: Wer Gegner erledigt, versorgt sich automatisch mit den Mitteln für den nächsten Kampf.

Wartet mit dem trinken der Lebensflasche nicht, bis nur noch ein dekorativer roter Pixel eurer Lebensenergie übrig ist. Gleichzeitig solltet ihr sie nicht panisch bei jedem Kratzer leeren. Lernt früh, wie viel Leben eure Flasche wiederherstellt und wie viele Ladungen sie verbraucht. Dieses Gefühl entscheidet in Bosskämpfen in Path of Exile 2 häufiger über Sieg oder Niederlage als ein theoretisch perfekter Build.

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Ausweichen und Sprinten: Mobilität rettet Leben

Die Ausweichrolle gehört zu euren wichtigsten Werkzeugen in Path of Exile 2. Während der Animation entgeht ihr den meisten Treffern, weshalb sie besonders gegen klar telegraphierte Bossangriffe unverzichtbar ist. Sie ist allerdings kein Freifahrtschein gegen sämtliche Flächeneffekte und Gefahrenzonen. Wer mitten im Feuer steht, hat ein Positionsproblem – keine Pechsträhne.

Haltet ihr die Ausweichtaste gedrückt, geht euer Charakter in einen Sprint über. Damit bewegt ihr euch erheblich schneller, könnt aber nur eingeschränkt die Richtung ändern. Eine Fähigkeit oder eine weitere Ausweichrolle beendet den Sprint.

Vorsicht: Werdet ihr beim Sprinten getroffen, könnt ihr heftig ins Taumeln geraten und zu Boden gehen. Sprintet deshalb nicht blind in unbekannte Gegnergruppen. Für bereits gesäuberte Wege ist die Funktion großartig, mitten im Bosskampf kann sie zur sehr schnellen Abkürzung zum letzten Checkpoint werden. (Wobei Path of Exile 2 dankenswerter Weise in der Regel Checkpoints direkt vor Bosskämpfen zur Verfügung stellt.)

Path of Exile 2 SS 7

Beute verstehen: Farbe allein macht noch kein Upgrade

Gegenstände erscheinen in verschiedenen Seltenheitsstufen:

FarbeSeltenheitEigenschaften
WeißNormalNur die Grundwerte des Gegenstands
BlauMagischBis zu zwei zusätzliche zufällige Modifikatoren
GelbSeltenBis zu sechs zusätzliche zufällige Modifikatoren
OrangeEinzigartigFestgelegte Werte und häufig besondere Effekte

Magische, seltene und einzigartige Beute muss zunächst identifiziert werden, bevor ihr alle Werte sehen und den Gegenstand ausrüsten könnt. Dafür benötigt ihr Weisheitsschriftrollen. Sie fallen euch regelmäßig als Beute in Path of Exile 2 in die Hände und lassen sich bei passenden Händlern kaufen.

Der häufigste Anfängerfehler besteht darin, nur auf die Farbe zu schauen. Ein seltener Gegenstand ist nicht automatisch ein Upgrade, wenn seine Modifikatoren nichts für euren Build tun. Zusätzlicher Feuerschaden bringt einem reinen Blitzzauberer wenig. Ein einzigartiger Gegenstand kann spektakuläre Effekte besitzen und trotzdem schlechter zu eurem Charakter passen als ein solides gelbes Item.

Vergleicht deshalb immer zwei Ebenen:

  • Grundwerte: Schaden der Waffe, Rüstung, Ausweichen oder Energieschild.
  • Modifikatoren: Zusätzliche Werte wie Leben, Widerstände, Angriffstempo oder passender Elementarschaden.

Gerade während der Kampagne von Path of Exile 2 solltet ihr eure Ausrüstung regelmäßig austauschen. Ein Lieblingsschwert aus dem ersten Gebiet hat vielleicht sentimentalen Wert, aber der nächste Boss zeigt für Nostalgie nur begrenztes Verständnis.

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Rüstung, Ausweichen und Energieschild erklärt

Die drei grundlegenden Verteidigungsarten von Path of Exile 2 hängen mit den Attributen der Ausrüstung zusammen:

  • Rüstung findet ihr vor allem auf Stärke-Ausrüstung. Sie reduziert physischen Schaden durch Treffer und ist gegen viele gewöhnliche Kampagnengegner besonders nützlich.
  • Ausweichen gehört zu Geschicklichkeits-Ausrüstung. Es erhöht die Chance, einen Treffer komplett zu vermeiden. Das fühlt sich angenehm an, bis ein Angriff doch durchkommt und entsprechend härter einschlägt.
  • Energieschild steckt vor allem auf Intelligenz-Ausrüstung. Er bildet einen zusätzlichen Schutz über eurem Leben und lädt sich nach einer kurzen Phase ohne erlittenen Schaden wieder auf.

Hybrid-Ausrüstung kombiniert zwei dieser Verteidigungsformen, besitzt dafür aber geringere Einzelwerte. Ein Gegenstand mit Stärke- und Geschicklichkeitsanforderung kann etwa sowohl Rüstung als auch Ausweichen bieten.

Spezialisiert euch zunächst auf eine oder höchstens zwei Verteidigungsarten, die gut zu euren Attributen und eurer Spielweise passen. Ein bisschen von allem sieht auf dem Papier vielseitig aus, endet aber schnell in drei halbherzigen Schutzschichten die euch beim Bestehen in Path of Exile 2 nur wenig helfen werden.

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Elementarwiderstände: Die unsichtbare Lebensversicherung

Wenn ihr während der Kampagne von Path of Exile 2 plötzlich ständig sterbt, sind nicht automatisch eure Reflexe schuld. Öffnet den Charakterbildschirm und kontrolliert eure Widerstände gegen Feuer, Kälte und Blitz. Versucht, diese Werte möglichst nahe an das Maximum von 75 Prozent zu bringen.

Widerstände stehen nicht so plakativ auf dem Bildschirm wie der Schaden eurer Lieblingsfähigkeit, haben aber gewaltigen Einfluss auf eure Überlebenschancen. Fehlen euch große Mengen Feuerwiderstand, wird der nächste Feuerboss aus einem schwierigen Kampf sehr schnell eine Grillvorführung mit euch in der Hauptrolle.

Chaoswiderstand ist während der Kampagne von Path of Exile 2 schwerer in größeren Mengen zu finden. Nehmt ihn gern mit, wenn er auf guter Ausrüstung auftaucht, aber priorisiert zunächst die drei elementaren Widerstände. Chaos-Schaden ist seltener, während Feuer, Kälte und Blitz regelmäßig an eure Tür klopfen – meistens ohne vorher zu klingeln.

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Charms: Automatische Hilfe im richtigen Moment

Charms ersetzen die klassischen Hilfsflaschen und sitzen in dafür vorgesehenen Plätzen unter eurem Gürtel. Sie sammeln wie Flaschen Ladungen, aktivieren sich aber automatisch, sobald ihre Bedingung erfüllt ist.

Ein elementarer Charm kann nach erlittenem Feuer-, Kälte- oder Blitzschaden vorübergehend den passenden Widerstand erhöhen. Andere Varianten reagieren auf Zustände wie Einfrieren und gewähren zeitweise Immunität. Das macht sie zu wertvollen Problemlösern gegen bestimmte Gegner oder Gebiete.

Passt eure Charms an die aktuelle Gefahr an die euch Path of Exile 2 entgegenwirft. Wenn ein Boss euch ständig einfriert, bringt ein entsprechender Schutz mehr als ein Gegenstand, dessen Effekt im Kampf überhaupt nicht ausgelöst wird.

Der passive Skilltree: Zoomt rein, atmet aus

Der passive Skilltree in Path of Exile 2 sieht zunächst aus wie ein U-Bahn-Plan, den ein wahnsinniger Mathematiker entworfen hat. Tatsächlich folgt er aber einfachen Regeln.

Alle Klassen teilen sich denselben kreisförmigen Baum und beginnen lediglich an unterschiedlichen Positionen. Die Bereiche orientieren sich grob an Stärke, Geschicklichkeit und Intelligenz. Ihr könnt theoretisch in jeden Abschnitt reisen, müsst die Knoten aber entlang einer zusammenhängenden Route freischalten.

Es gibt drei wichtige Knotentypen:

  • Kleine passive Knoten gewähren kleinere Boni oder lassen euch fünf Punkte Stärke, Geschicklichkeit oder Intelligenz wählen.
  • Bedeutende passive Knoten bilden meist den Abschluss einer Gruppe und liefern stärkere, thematisch passende Effekte.
  • Schlüsselpassivknoten verändern grundlegende Regeln. Sie bieten mächtige Vorteile, besitzen aber häufig einen ebenso deutlichen Nachteil.

Ähnliche Knoten liegen in Gruppen zusammen. Blitzschaden befindet sich in der Nähe weiterer Blitz- oder Schockeffekte, während Lebensraub bei anderen Leech- und Heilungsboni auftaucht. Zusätzlich gibt es leere Juwelensockel. Dort eingesetzte Juwelen verleihen mehrere zufällige Werte für einen einzigen freigeschalteten Platz.

So geht ihr beim Verteilen neuer Punkte in Path of Exile 2 vor:

  1. Zoomt weit genug hinein, dass ihr nur die nächsten sinnvollen Wege seht.
  2. Sucht nach bedeutenden Knoten, die zu eurer Hauptwaffe, eurem Schadenstyp oder eurer Verteidigung passen.
  3. Nutzt die Suchfunktion, wenn ihr beispielsweise gezielt nach „Blitz“, „Leben“ oder „Schaden“ sucht.
  4. Ignoriert weit entfernte Traumziele, solange der Weg dorthin eure Figur über viele Stufen kaum verbessert.

Ihr müsst nicht den gesamten Baum verstehen. Ihr müsst nur wissen, welcher der nächsten drei oder vier Knoten euch gerade hilft. Aus dem Skill-Dschungel wird so Schritt für Schritt ein Wanderweg.

Später schaltet ihr einen NPC frei, der passive Punkte gegen Gold zurücksetzen kann. Eine unperfekte Entscheidung zerstört euren Charakter also nicht sofort. Plant mit gesundem Menschenverstand, aber behandelt jeden Punkt auch nicht wie die letzte Entscheidung eures Lebens und ihr werdet viel Spaß in Path of Exile 2 haben.

Händler, Entzaubern und einfache Herstellung

In den Städten von Path of Exile 2 findet ihr üblicherweise Händler für Waffen und Rüstungen, magische Ausrüstung und Schmuck sowie einen Anbieter für Glücksspiel. Nach einigen frühen Quests begleitet euch außerdem dauerhaft ein NPC, der Gegenstände kostenlos identifiziert und das Zurücksetzen passiver Punkte ermöglicht.

Unbrauchbare magische oder seltene Gegenstände könnt ihr bei passenden Händlern entzaubern. Dafür erhaltet ihr Splitter von Herstellungswährungen. Zehn passende Splitter ergeben eine vollständige Kugel.

Zwei frühe Währungen sind besonders leicht zu verstehen:

  • Transmutationskugeln machen aus einem normalen Gegenstand einen magischen.
  • Königliche Kugeln werten einen magischen Gegenstand zu einem seltenen auf.

Ihr müsst während der ersten Kampagne in Path of Exile 2 kein Meisterhandwerker werden. Nutzt einfache Währungen, wenn eine gute Gegenstandsbasis nur noch ein wenig Unterstützung benötigt. Hebt aber nicht jeden weißen Handschuh auf, als könnte daraus mit genügend Hoffnung ein legendäres Familienerbstück werden.

Runen, Sockel und die Wiederverwertungsbank

Manche Ausrüstung in Path of Exile 2 besitzt leere Runensockel. Setzt ihr dort eine Rune ein, erhält der Gegenstand einen festen Bonus – zum Beispiel mehr Waffenschaden oder zusätzliche Widerstände auf Rüstungsteilen.

Später in Akt 1 schaltet ihr eine Wiederverwertungsbank frei. Dort zerlegt ihr Gegenstände mit Qualität oder Runensockeln und erhaltet Materialien, mit denen ihr entsprechende Eigenschaften eurer aktuellen Ausrüstung verbessert.

Runen sind besonders nützlich, wenn euch nur wenige Prozent Widerstand bis zum Maximum fehlen. Verschwendet wertvolle Verbesserungen trotzdem nicht wahllos an Ausrüstung, die ihr fünf Minuten später austauscht. Solide Kampagnenausrüstung darf allerdings gerne verstärkt werden; der erstbeste Fund vom Strand muss nicht in die Familienchronik eingehen.

Checkpoints, Tod und Bossangriffe

Checkpoints in Path of Exile 2 sind mehr als bloße Rücksetzpunkte. Beim Aktivieren werdet ihr vollständig geheilt und eure Flaschenladungen werden aufgefüllt. Innerhalb eines Gebiets könnt ihr außerdem zwischen bereits entdeckten Checkpoints teleportieren.

Nach eurem Tod erscheint ihr am zuletzt besuchten Checkpoint. Gleichzeitig kehren die normalen Gegner im aktuellen Gebiet zurück. Das kann nerven, liefert euch aber auch neue Flaschenladungen und weitere Beute auf dem Weg zum nächsten Versuch.

Bosskämpfe in Path of Exile 2 verlangen vor allem Aufmerksamkeit. Besonders starke Angriffe werden durch ein rotes Aufleuchten und ein deutliches Tonsignal angekündigt. Die konkrete Attacke unterscheidet sich von Boss zu Boss, die Botschaft bleibt gleich: Jetzt weg da.

Versucht nicht, jede Mechanik mit purem Schaden zu überspringen. Beobachtet den Gegner, erkennt die gefährlichen Animationen und nutzt eure Ausweichrolle bewusst. Ein zusätzlicher Angriff ist selten so wertvoll wie ein lebender Charakter.

Lootfilter: Weniger Müll, mehr Überblick

Im Laufe der Kampagne von Path of Exile 2 wird der Boden zunehmend mit Gegenständen tapeziert. Ein Lootfilter blendet unwichtige Beute aus und hebt wertvolle Funde deutlicher hervor. Das macht Kämpfe übersichtlicher und verhindert, dass ihr nach jeder Gegnergruppe eine kleine Inventurveranstaltung abhaltet.

Für den Einstieg eignet sich ein regulärer oder halbstrenger Filter von NeverSink. Ihr könnt einen passenden Path-of-Exile-2-Filter über die offizielle Website zu eurem Account hinzufügen und anschließend in den Spieleinstellungen aktivieren. Wird später wieder zu viel Beute angezeigt, wechselt ihr auf eine strengere Stufe.

Ein Lootfilter ist kein Pflichtprogramm für die ersten Minuten, aber eine der wenigen externen Hilfen, die kaum Einarbeitung verlangt und sofort spürbar nützt.

Fazit: Path of Exile 2 ist komplex, aber kein Hexenwerk

Path of Exile 2 besitzt viele Systeme, doch ihr müsst sie nicht alle gleichzeitig meistern. Für die Kampagne reichen vernünftige Ausrüstung, passende Widerstände, ein regelmäßig aufgewerteter Hauptskill und ein Skilltree, der grob in dieselbe Richtung marschiert wie euer Charakter.

Das wichtigste Werkzeug steckt weder in einem Buildplaner noch in einer seltenen Truhe: Lest die Beschreibungen. Wenn eine Fähigkeit merkwürdig schwach wirkt, prüft ihre Bedingungen. Wenn ein neuer Gegenstand glänzt, vergleicht seine Modifikatoren. Wenn eine Support-Gemme einen gigantischen Bonus verspricht, sucht nach dem Haken. Path of Exile 2 versteckt seine Regeln nicht – es schreibt sie nur sehr gern in ziemlich viele Textfenster.

Lasst euch deshalb nicht vom gesamten Berg einschüchtern. Kümmert euch um den nächsten Knoten, das nächste Ausrüstungsteil und den nächsten Boss. Wraeclast bleibt gefährlich, aber mit jedem Gebiet versteht ihr ein wenig mehr. Und irgendwann wirkt dieser monströse Skilltree nicht mehr wie eine Drohung, sondern wie ein Süßwarenladen für Zahlenmenschen.

Wenn ihr nun nach dem Lesen dieses Guides sagt, ich möchte mich doch lieber an einem anderen Action-RPG versuchen, könnt ihr euch gerne Mal den neuen DLC zu Grim Dawn anschauen, Fangs of Asterkarn. Lasst mich in den Kommentaren wissen, ob dieser Guide euch geholfen hat.

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