Review

All Hail the Orb! ein Clicker mit Humorfaktor

All Hail the Orb cover

Preiset die Kugel, stimmt mit ein! All hail the orb! All hail the Orb! – So stelle ich mir die Gebetsanrufungen meiner Kultisten im Indie-Clicker-Spiel „All Hail the Orb” von LeGingerDev, das in Kooperation mit GrabTheGames veröffentlicht wurde, vor. Ob es sich für euch lohnt, euch in den Kreis der Kugelverehrer einzufinden, oder ob ihr euch doch lieber ein paar Ecken und Kanten bewahren solltet, erfahrt ihr in diesem Test.

Entwicklerstudio: LeGingerDev

Publisher: GrabTheGames

Platformen: PC

Releasedatum: 20.04.2026

Metacritic Userscore : n.A / 10

Grafik: Ordentlich, aber eintönig

All Hail the Orb besticht durch eine wirklich ansehnliche Pixelgrafik, die dank ihres detailreichen Stils nicht nur einen charmanten Retro-Vibe ausstrahlt, sondern gleichzeitig sehr gut lesbar und eindeutig bleibt.

Dies setzt sich im Nutzerinterface fort, das minimalistisch daherkommt und dem Spieler alle wichtigen Informationen auf den ersten Blick preisgibt. Schachtelmenüs, Bedienräder und Statistikbildschirme sucht ihr hier vergebens. Stattdessen gibt euch ein Fenster in der linken oberen Ecke alle wichtigen Informationen, die zur Spielfortschrittsanzeige notwendig sind.

Ein solch minimalinvasives Nutzerinterface muss positiv hervorgehoben werden, da besonders in diesem Genre Menüs und Informationsgrafiken oftmals überhandnehmen.

Etwas eintönig kann die Farbgebung werden, die sich grundsätzlich als eine Kombination aus dominantem Lila mit reichlich Brauntönen und anderen Kontrasten präsentiert. Dies ist jedoch kein wirklicher Kritikpunkt, da man sich innerhalb der recht kurzen Spieldauer an dem Look nicht sattsehen kann. Sollten jedoch weitere Inhalte vonseiten des Entwicklers folgen, muss hier mit etwas Varianz nachgelegt werden.

Abgesehen davon ist die Optik von All Hail the Orb sehr gelungen und sollte das eine oder andere müde Auge dazu bewegen, einen Blick auf diesen Nischentitel zu werfen. Besonders die humorvolle Gestaltung der Charaktere möchte ich hier noch einmal positiv hervorheben. Trotz der beschränkten Möglichkeiten aufgrund des gewählten Grafikstils gelingt es LeGingerDev, einen ganz eigenen Stil zu entwickeln und den wenigen NPCs, mit denen man im Spielverlauf interagiert, rein optisch bereits einen ganz eigenen Charme zu verpassen.

Generisch wirkt in All Hail the Orb nichts, und allein das, gepaart mit der klaren Lesbarkeit, führt dazu, dass ich als Pixel-Art-Liebhaber die Grafik von All Hail the Orb als insgesamt durchaus gelungen bewerte. Lediglich die bereits beschriebene Eintönigkeit lässt das Erlebnis ein wenig fad erscheinen.

All Hail the Orb SS1

Sound: Unscheinbar aber angenehm

Wer Idle- und Clicker-Games spielt, hat sich wahrscheinlich an ein konstantes Ploppen, Klingeln oder Klacken gewöhnt, das in diesem Genre meist einen Indikator für Spielfortschritt darstellt. Und auch All Hail the Orb macht da keine Ausnahme, denn auch hier müsst ihr euch auf ständige, Spielfortschritt verkündende Geräusche einstellen, die in verschiedenen Variationen des Minecraft-Loot-Sounds daherkommen.

Das ständige Geploppe und Geklicke wird von einem melodischen Gedudel untermalt, das sich selbst als Musik bezeichnet, für mich allerdings eher ein meditatives Hintergrundrauschen darstellte. Zwar kann bereits nach kurzer Zeit die Option zum Wechseln der Musik freigeschaltet werden, jedoch hielt sich auch hier die Varianz in Grenzen.

„All Hail the Orb” versucht in keinster Weise, eure Spotify-Playlist zu ersetzen, und sollte jemand den Soundtrack auf YouTube stellen, würde er sich nicht gerade hoher Klickzahlen erfreuen. Nichtsdestotrotz ist er vollkommen zweckmäßig, denn wie bereits angedeutet, versprühen die enthaltenen Tracks ein gewisses Feeling, welches wohl am besten mit dem Begriff „Zen” beschrieben werden kann.

Über meine gesamte Spielzeit hinweg kam ich kein einziges Mal in Versuchung, das Spiel stummzuschalten – und das will bei Titeln dieses Genres, bei denen man die meiste Zeit mit stumpfem Klicken auf die Maus beschäftigt ist, etwas heißen. Um es zusammenzufassen: „All Hail the Orb“ macht soundtechnisch keine groben Fehler, sticht aber auch nicht in besonderem Maße aus der Masse heraus, weshalb hier eine absolut durchschnittliche Wertung angebracht ist.

All Hail the Orb SS2

Story: Hier läuft Garnichts rund

All Hail the Orb wählt bei seinem Plot einen eher humoristischen Ansatz. Angesichts der Spielprämisse, eine Kugel zu verehren, weil … naja, nicht einmal unser Plothook am Anfang der Geschichte weiß so richtig, warum, ist das nachvollziehbar. Wir erfahren lediglich, dass der Meister dieses Wesens in der Kugel eingesperrt wurde und wir ihn durch ordentliches Klicken befreien sollen.

Wer Wendungen in der Handlung oder überhaupt eine ordentliche Handlung sucht, ist bei All Hail the Orb definitiv an der falschen Stelle. Wer dagegen humorvoll geschriebene Charaktere sucht, wird zumindest teilweise bedient. Denn auch wenn die Interaktionen mit den vorhandenen NPCs sehr beschränkt sind, sind die wenigen Textzeilen doch sehr anregend geschrieben, wodurch sie mich immer wieder zum Schmunzeln brachten.

Positiv hervorzuheben ist für das Genre auch, dass die Handlung ein eindeutiges Ende hat, welches auch erreicht werden kann. Ich persönlich bin kein großer Fan des Endes, was jedoch subjektiv sein mag und somit kein relevantes Kriterium für meine Bewertung darstellt.

Was kann man also bezüglich der Story von „All Hail the Orb” festhalten? Nun, es hat eine Handlung und manchmal muss man dabei grinsen, aber das war es dann auch schon. Kann man in einem Idle Game mehr erwarten? Ich bin mir, um ehrlich zu sein, nicht sicher, denn eigentlich spricht nichts dagegen, ein ansprechendes Narrativ in Verbindung mit diesem Spielkonzept umzusetzen.

In „All Hail the Orb” ist die Geschichte wirklich nur ein Aufhänger, um den Spieler zum Klicken zu bewegen. Was einen nach der interessanten Prämisse erwartet, ist nichts weiter als heiße Luft. Man könnte die Handlung von „All Hail the Orb” also als narrative Clickbait bezeichnen, nicht mehr und nicht weniger.

All Hail the Orb SS3

Gameplay: Ordentlicher Clickerspaß mit aktiven Elementen

All Hail the Orb kommt im Gewand eines klassischen Klickers daher. Man klickt auf bestimmte Dinge, sammelt Punkte, kauft Upgrades, um effektiver zu klicken, schaltet dann Möglichkeiten frei, passiv Punkte zu sammeln, kann diese upgraden usw., wodurch sich mit zunehmender Spielzeit das aktive Element des Klickens immer weiter in den Hintergrund verabschiedet und man seine Punkte möglichst passiv erwirbt.

Hier erfindet All Hail the Orb das Rad nicht neu, wobei sich durch die recht kurz gehaltene Spieldauer – ich konnte das Spiel in unter sieben Stunden bis zu den Credits durchspielen – niemals vollkommene Passivität breitmachen konnte.

Was All Hail the Orb gut macht, ist die Hinzufügung einer aktiven Managementebene. Die passiven Upgrades sind eben nicht vollständig passiv, sondern es handelt sich hierbei um die bereits angesprochenen Kultisten. Diese schlurfen ohne eure Hilfe lethargisch zu ihren Arbeitsposten, powern sich aus und irren dann müde in der Gegend umher. Als Spieler ist es also unsere Aufgabe, sie per Drag-and-Drop an ihre Arbeitsstationen oder in ihre Betten zu verfrachten, um mit möglichst wenig Downtime möglichst viele Punkte oder Währungen zu erwirtschaften.

Da es in „All Hail the Orb” mehrere verschiedene Währungen gibt, die allesamt über die Spieldauer hinweg an Bedeutung gewinnen, können auch die eigenen Kultisten später spezialisiert werden, um dann umso effizienter arbeiten zu können.

Zusätzlich kann man beim Entenroulette Enten freischalten, die zusätzliche Boni gewähren und als einzige die Währung erwirtschaften können, die für den Skilltree notwendig ist.

Der Skilltree stellt einige wirklich wichtige Upgrades bereit, wird aber erst im mittleren Spielabschnitt wirklich nutzbar. Abseits dieser einzelnen wichtigen Upgrades hat er nicht viel zu bieten, außer marginale Prozenterhöhungen.

Zusätzlich zum Skilltree kann man seinen Dungeon aufwerten, indem man die Kugel anklickt und Erfahrungspunkte sammelt, die zu einer Hochstufung des eigenen Dungeons in „All Hail the Orb” führen. Jede Stufe bietet dabei ein Upgrade, das entweder neue Spielmechaniken einführt oder bereits bekannte leicht modifiziert. So könnt ihr beispielsweise früh ein Behältnis freischalten, das automatisch Klicks für euch sammelt, die dann auf einmal eingelöst werden können.

Egal, ob man die Kugel klickt, Enten verteilt, die Kultisten verwaltet oder Pilze sammelt – man findet sich schneller am Ende des Spiels wieder, als man denkt. Die Story treibt man nämlich voran, indem man seine Währungen an Obelisken verfüttert. Das ist wiederum notwendig, um neue Räume freizuschalten. Unweigerlich findet man sich spätestens nach sieben Stunden am letzten Obelisken wieder und stellt dann mit gemischten Gefühlen fest, dass man bereits das Ende des Spiels erreicht hat.

Gemischte Gefühle deshalb, weil „All Hail the Orb” zu diesem Zeitpunkt zwar leichte Abnutzungserscheinungen zeigt, da man bereits Millionen an Währung binnen Sekunden sammelt, die eigene Automatisierung aber gerade erst so richtig in Schwung kommt.

Ich hätte mir gewünscht, dass nach dem letzten Obelisken noch etwas auf mich wartet und das Spiel nicht einfach endet und mein Spielstand der Vergangenheit angehört. Gleichzeitig muss man es aber auch zu schätzen wissen, wenn ein Entwickler weiß, dass das Spielprinzip keine viel längere Spieldauer hergibt, weil die Grundsysteme langsam fade werden.

Leider gibt es noch einige Bugs, die das eigentlich angenehme Spielgefühl trüben. Der gravierendste ist dabei wohl die Wegfindung der Kultisten, die regelmäßig zu viert oder zu fünft in ihren Schlafzimmern steckenbleiben, obwohl sie so gut automatisiert sind, dass sie eigenständig zur Arbeit finden sollten.

Es ist einfach nervig, alle drei Minuten ein buntes Knäuel aus Kultisten entwirren zu müssen, um im Endgame die eigene Punkteproduktion nicht einbrechen zu lassen. Dabei hilft es auch nicht, dass die Kultisten gerne mal vergessen, wo sie zur Arbeit eingeteilt wurden, und man sie dann erneut mit der Maus zur Arbeit zerren muss.

Abschließend bleibt zu sagen, dass All Hail the Orb eines der besten Clicker-Games ist, das ich spielen durfte, da ich zu keinem Zeitpunkt – außer kurz vor dem Ende – das Gefühl hatte, jetzt nur noch stumpf klicken zu können. Während der gesamten Spieldauer war ich damit beschäftigt, mich um verschiedene Aspekte meines Dungeons zu kümmern, wodurch die Kugel selbst zur Nebensache wurde. Lediglich die kurze Spieldauer und die Bugs haben mir die Freude ein wenig verhagelt.

All Hail the Orb SS4

Fazit: Eines der besseren Clicker-Games

„All Hail the Orb“ von LeGingerDev ist ein ordentliches Clicker-Game, welches zwar auch im Idle-Modus gespielt werden kann, den Spieler jedoch so fesselt, dass von Passivität meist keine Rede sein kann. Ich empfehle jedem, der Lust auf etwas Neues hat, sich „All Hail the Orb“ für nur 6,89 € auf Steam genauer anzuschauen. Wer damit nichts anfangen kann und lieber eine CRPG-Erfahrung machen möchte, kann sich ja mal „The Necromancer’s Tale“ genauer anschauen, das wir für euch getestet haben.

Lasst mich in den Kommentaren wissen, wie ihr zu „All Hail the Orb“ steht und ob ihr die Quadratur des Kreises wagen wollt.

Reviewbox
73%
Zusammenfassung
Positives
Ansprechende Optik Sehr schönes Gameplay Angenehmer Sound
Negatives
Kurze Spieldauer Nervige Bugs Kaum vorhandene Story
  • Grafik82%
  • Sound71%
  • Story50%
  • Gameplay89%

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