Review

Skautfold: Moonless Knight für Nintendo Switch im Test!

Skautfold: Moonless Knight cover

Wer die Skautfold-Reihe kennt, weiß, dass der Entwickler Pugware in jedem Teil dieser Pentalogie Innovationen einführt. Ob dies im vierten Teil der Serie, Skautfold: Moonless Knight, besser gelungen ist als im dritten Ableger, Skautfold: Into the Fray, schauen wir uns in diesem Review genauer an.

Entwicklerstudio: Pugware

Publisher: Red Art Games

Platformen: PCPlaystationSwitchXbox

Releasedatum (Konsolenversion): 09.04.2026

Metacritic Userscore : n.V

Grafik

Wer den dritten Teil der Reihe gespielt hat, wird schnell bemerken, dass in „Skautfold: Moonless Knight” zahlreiche Assets aus dem vorangehenden Teil wiederverwendet werden. Teilweise wurden diese aufgehübscht und etwas aufpoliert, um sich in die neue Umgebung besser anzupassen. Das Grundgerüst, das in „Into the Fray” geschaffen wurde, wird hier wiederverwendet und gezielt mit einem fernöstlichen Touch weiterentwickelt.

Somit muss über den Grafikstil insgesamt das gleiche Urteil gefällt werden wie im vorangehenden Teil: Die Umgebung ist zweckmäßig gestaltet und hat ihre atmosphärischen Höhepunkte. Sie kann jedoch nicht an die immersive Brillianz des ersten Teils, „Skautfold: Shrouded in Sanity”, anschließen, was natürlich auch dem Umfang des Spiels geschuldet ist.

Das vollkommen überarbeitete UI von „Skautfold: Moonless Knight” fügt sich dagegen unauffällig und weitgehend praktisch in die Erfahrung ein. Es wird möglichst wenig Bildschirmfläche in Anspruch genommen, um eine große Vielfalt an Informationen zu vermitteln.

Was die Grafik-Effekte angeht, trumpft Skautfold: Moonless Knight noch einmal auf und setzt sich durch wirklich schöne Wettereffekte von den Vorgängern ab. Zusätzlich trägt das Beleuchtungssystem des Spiels zur Immersion bei, da es sich dynamisch der Tageszeit anpasst. Spielerisch bietet dies zwar keinen Mehrwert, aber es ist einfach schön, wenn man nicht immer in gleich statisch beleuchteten Gebieten verkehren muss, sondern auch ein wenig Abwechslung einkehrt.

Was den Gore-Faktor angeht, bleibt Skautfold: Moonless Knight dem Vermächtnis der Reihe treu und geizt nicht mit blutigen Effekten und Möglichkeiten, seine Feinde zu verstümmeln, zu zerfetzen oder anderweitig zu entstellen. Es ist wohl allein der doch etwas gröberen Pixeloptik geschuldet, dass dieser Titel noch ab 16 Jahren freigegeben wurde, da sich so, unabhängig vom tatsächlichen Gewaltgrad, meist undefinierbarer Pixelbrei auf dem Bildschirm befindet.

Hinsichtlich der Grafik von Skautfold: Moonless Knight gibt es auch nicht viel mehr zu sagen, als dass wir es hier mit einem soliden Pixel-Art-Game zu tun haben, das stimmungsvolle Umgebungen schafft, die durch schöne Effekte angemessen in Szene gesetzt werden. Es ist weder ein bemerkenswerter Sprung ausgehend vom Vorgänger zu verzeichnen, noch gibt es große Beschwerden. Eine solide Erfahrung erwartet euch also, wenn ihr die Optik von Skautfold: Moonless Knight betrachtet.

Skautfold: Moonless Knight SS1

Sound

Auch beim Ton bleibt Skautfold: Moonless Knight dem Erbe der Reihe treu und weiß besonders hinsichtlich der Musik zu überzeugen. Wir brauchen nicht drumherum reden: Der Soundtrack ist wieder fantastisch gelungen und kann trotz seines geringen Umfangs überzeugen.

Selbstverständlich ist es immer wünschenswert, mehr Musikstücke guter bis sehr guter Qualität zu erhalten. Aufgrund der doch eher kurzen Spiellänge ist es jedoch nicht sonderlich problematisch, dass keine 40+ Tracks komponiert wurden. Aus meiner Sicht kommt zumindest musikalisch keinerlei Langeweile in Skautfold: Moonless Knight auf.

Bei den Soundeffekten ist es ein wenig anders. Hier werden teilweise Sounds aus den vergangenen Spielen recycelt und eine Schusswaffe klingt eben wie eine Schusswaffe, ein Schwert wie ein Schwert, und so weiter. In diesem Aspekt ist Pugware jedoch kein großer Wurf gelungen, wobei auch durchaus angezweifelt werden kann, ob dieser überhaupt jemals angestrebt wurde.

Alles in allem muss sich Skautfold: Moonless Knight jedoch nicht vor seinen Genrekonkurrenten verstecken. Während es in den meisten auditiven Aspekten in der Masse verschwindet, sticht der Soundtrack zumindest positiv hervor und sorgt so für eine ordentliche Wertung.

Skautfold: Moonless Knight SS2

Story

Hier kommen wir nun zur Achillesferse von Skautfold: Moonless Knight und eigentlich der gesamten Skautfold-Reihe: der absolut konfusen Handlung. Sie ist zwar theoretisch verständlich, für das Spielgeschehen jedoch weitgehend irrelevant und wird zudem so verwirrend erzählt, dass man kaum folgen kann.

Selbstverständlich darf ein vierter Teil einer Reihe Charaktere und Ereignisse vorangegangener Spiele aufgreifen und Wissen über diese Ereignisse voraussetzen. Wenn ein Entwickler jedoch anpreist, dass man die Story des Spiels auch ohne Wissen über die vorangegangenen Teile genießen kann, dann muss dem auch so sein.

In den ersten zehn Spielminuten von Skautfold: Moonless Knight begegnet man stattdessen bereits fast einem Dutzend bekannter Charaktere aus der Reihe oder sie werden wie selbstverständlich erwähnt. Dies kann besonders verwirrend sein, da jedes Skautfold-Spiel mehrere Enden bietet und somit manchmal unklar ist, welches Ende zu den Ereignissen im Spiel führt.

Zwar ist die Handlung von „Skautfold: Moonless Knight” weitgehend in sich geschlossen, jedoch wird ein Spieler, der sich mit den vergangenen Teilen der Reihe nie auseinandergesetzt hat, sehr viele Aspekte nicht verstehen. Das kann dann doch sehr befremdlich wirken, wenn dein Charakter nach seinem Ableben Deus ex Machina von einem Charakter wiederbelebt wird, der im zweiten Teil auftauchte, im dritten keine Rolle spielte und dann so tut, als wäre es das Nebensächlichste der Welt.

Abseits davon treibt die Story von Skautfold: Moonless Knight zur fünften Episode voran, in der die Reihe in einem fulminanten Cataclysmus ihren Höhepunkt erreichen wird. Es wird ein Spannungsbogen aufgebaut und hin und wieder gelingt es Skautfold: Moonless Knight, den Spieler richtig zu packen und durch Wendungen zu motivieren. So hundertprozentig packen konnte mich das Ganze jedoch nicht.

Skautfold: Moonless Knight SS3

Gameplay

Seien wir ehrlich: Wer sich die Skautfold-Reihe aussucht, der tut dies aus zwei Gründen. Entweder möchte man eine atmosphärische Erfahrung oder man wünscht sich ein extrem schweres Action-Gameplay.

Skautfold: Moonless Knight bietet beides, wobei ein erheblicher Teil des Schwierigkeitsgrads wohl auch dadurch zustande kommt, dass die Steuerung im Spiel quasi überhaupt nicht erwähnt wird und es kein nennenswertes Tutorial gibt. Wer also nicht zufällig die Option zur Tastenbelegung im Pausenmenü ansteuert, kann durchaus das halbe Spiel im Unwissen darüber verbringen, dass es Spezialattacken oder andere Fertigkeiten gibt.

Aber fangen wir von vorne an. Bei Skautfold: Moonless Knight handelt es sich um ein Top-Down-Hack-and-Slay mit starkem Rollenspiel-Einschlag. Es stehen euch diverse Waffen zur Verfügung, mit denen ihr normale Angriffe sowie Spezialangriffe ausführen könnt. Zusätzlich könnt ihr Angriffen ausweichen oder diese blocken und bei besonders gutem Timing parieren, um besonders starke Angriffe auszuführen.

Ergänzend zu den Waffen schaltet ihr im Laufe des Spiels noch diverse Relikte frei, die das Gameplay um verschiedene Features erweitern. Beispielsweise könnt ihr Gegner einfrieren oder unaufmerksam machen, sodass ihr einen besonders gefährlichen Gegner aus ihrer Mitte heraus eliminieren könnt, um dann mit dem Rest aufzuräumen.

Die Waffen sowie Relikte können ohne großen Aufwand über ein Ringmenü, das mit dem rechten Stick aufgerufen wird, gewechselt werden. Das geht leicht von der Hand und hemmt den Spielfluss in keiner Weise. Auch sonst spielt sich Skautfold: Moonless Knight sehr flüssig und actiongeladen.

Das Parriersystem bietet ein angemessenes Maß an Risiko und Belohnung, und der Schwierigkeitsgrad ist hoch, aber nicht unüberwindbar. In Skautfold: Moonless Knight gibt es diesbezüglich natürlich auch wieder eine serientypisch obskure Mechanik, um diesen zu individualisieren.

Mit jedem Tod sammeln sich bis zu zwanzig Flüche an, die die maximale Gesundheit verringern, dafür aber den ausgeteilten Schaden erhöhen. Diese kann man jedoch leicht wieder loswerden, indem man sich im eigenen Hauptquartier Zeit für ein kurzes Reinigungsritual nimmt. Das Hauptquartier bietet darüber hinaus die Möglichkeit, die eigenen Waffen und Attribute zu steigern sowie Gegenstände mit Zen, der Ingame-Währung, zu erwerben.

Um diese Attribute abseits des Hubs zu steigern, muss man sie einfach nutzen, denn im Gegensatz zu anderen Rollenspielen erlangt man Erfahrung nicht durch das Besiegen, sondern durch das Beackern. Jeder Angriff, jede Verteidigung usw. erhöht den jeweiligen Wert, sodass man manchmal vielleicht lieber eine schwächere Waffe nutzt, um die eigenen Werte zu erhöhen.

Leider fühlen sich die Kämpfe nach einer Weile recht schematisch an, da fast alle Nahkampfgegner gekitet werden können und somit schnell eine Routine entsteht, die in den Kämpfen immer wieder abgespult wird. So viel Abwechslung die Relikte auch bieten mögen, sie können nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Kampfsystem nicht besonders tief ist. Zwar gibt es weitere Mechaniken, wie z. B. den Overheal und die Rationierung von Heilgegenständen, jedoch kommt hier keine große Tiefe ins Spiel.

Die Bosskämpfe sind dagegen ein ganz besonderes Highlight, da man oftmals die Wahl hat, sie zu töten oder am Leben zu lassen. Dadurch beeinflusst man die Handlung und schaltet verschiedene Boni für den weiteren Spielverlauf frei. Es ist immer schön, wenn man als Spieler die Wahl hat, wie mit Feinden zu verfahren ist. Deshalb möchte ich diese Bosskämpfe als besonders gelungen hervorheben.

Die Spieldauer von Skautfold: Moonless Knight beträgt ungefähr zehn Stunden pro Durchgang und bietet reichlich Anlass zum erneuten Durchspielen.

Skautfold: Moonless Knight SS4

Fazit

Abschließend bleibt festzuhalten, dass „Skautfold: Moonless Knight” ordentliches Gameplay bietet, welches sich jedoch recht zügig abnutzt. Einzelne Features wissen zu überzeugen, abseits davon wirkt alles ein wenig uninspiriert. Fazit: Skautfold: Moonless Knight von Pugware, ist ein solider vierter Teil der Skautfold-Reihe, der Lust auf das Finale macht. Ein schöner Soundtrack, eine attraktive Pixeloptik und ein routiniertes Gameplay laden zum Verweilen im Fernen Osten der in dieser Reihe präsentierten alternativen Realität ein. Wenn euch jedoch der Sinn nach einer anderen Art von Action-Gameplay steht, schaut euch doch Adore an, ebenfalls für die Nintendo Switch, vielleicht ist das ja eher ein Titel für euch.

Lasst mich in den Kommentaren wissen, ob ihr „Skautfold: Moonless Knight” für die Nintendo Switch ebenso wie ich in vollen Zügen genießen konntet.

Reviewbox
71%
Zusammenfassung
Zusammenfassung

Serienfans und Schnetzelfans greifen zu, Menschen mit sehr hohen Ansprüchen schauen sich anderweitig um.

Positives
Wahlmöglichkeiten angenehmes Setting schöne Pixeloptik
Negatives
Gameplay nutzt sich schnell ab verwirrende Story mangelnde Übersicht
  • Grafik79%
  • Sound76%
  • Story59%
  • Gameplay68%

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