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Valheim – das beste Open World Survivalspiel auf dem Markt ?

Valheim Cover

Autor: Lukas Pohl

Egal ob Minecraft, Ark: Survival Evolved oder The Forest, Survival Spiele, insbesondere mit Open World, faszinieren Gamer schon immer. Für die einen ist es das Bauen oder actionreiche Kämpfe, für andere viel mehr das Erkunden von liebevoll gestalteten Welten und das Entdecken ihrer Geheimnisse. Es besteht die Möglichkeit, in einer anderen Welt zu versinken und diese nach Belieben zu gestalten, erkunden oder einfach nur zu genießen.

Wenn man jetzt nach berühmten Spielen dieser Kategorie sucht, stolpert man zwangsweise über Giganten wie Minecraft, The Forest oder Ark, doch auch Spiele wie Icarus, Subnautica, No Man’s Sky oder Enshrouded haben sich einen wohlverdienten Namen gemacht. In besagter Liste wird man jedoch auch irgendwann über Valheim stolpern, doch was macht das Spiel aus dem Hause Iron Gate eigentlich so besonders, und für mich zum besten Spiel der Kategorie, obwohl es immer noch im Early Access verharrt?

Weltgestaltung

Beginnen wir einmal ganz von vorne. Das im Februar 2021 erschienene Spiel im Wikingersetting ist stark an die nordische, bzw. besonders an die finnische Mythologie angelehnt. Es finden sich zahlreiche Kreaturen aus der Mythologie, was Anreiz dazu gibt, sich mit ihr zu beschäftigen. Des Weiteren finden sich auch Odins Raben – Hugin und Munin – als ständige Begleiter in der Welt von Valheim wieder, und auch der mächtige Allvater selbst schaut ab und zu als Nebelgestalt zu.

Valheim selbst beinhaltet viele Mechaniken oder Ideen aus anderen Spielen derselben Art, so ist das Bausystem zum Beispiel ähnlich wie in The Forest gestaltet und weiter ausgeschmückt, die Welt an sich ist zufällig generiert und erinnert mit seinen Biomen etwas an Minecraft. Dies ist auch der Grund für den hohen Wiederspielwert des Spiels, es ist immer anders, bietet immer neue Möglichkeiten, wie man Valheim spielt, wie man was baut, dazu später jedoch mehr.

Valheim SS1

Wenn wir aber gerade bei der Welt sind, so muss erwähnt werden, in welcher wunderbaren Weise diese gestaltet und aufgebaut ist. Jede generierte Welt misst ca. 350 km² und bietet damit tonnenweise Platz für Biome, Strukturen und Meere. Dabei versteht es jedes Biom, mit seiner eigenen Schönheit zu glänzen. Anhand von den Biomen kann man Valheim auch sehr gut in Early-, Mid- und Lategame unterteilen, was den Spielern mehr Motivation bringt und einen guten Vergleich untereinander ermöglicht.

Das Grasland als Startbiom besteht aus saftigen Wiesen und lichten Laubwäldern, gepaart mit Steinstrukturen und verlassenen Dörfern. Der Dunkelwald weiß wiederum mit dunklen Nadelwäldern zu überzeugen, die perfekt die Bedrohung widerspiegeln, die von den Bewohnern jenes Waldes ausgeht, wird aber auch von Sonnenauf- und Untergängen, vor allem in Küstennähe, wunderschön in Szene gesetzt.

Der Sumpf setzt als erstes Biom des Midgames den Trend von bedrohlichen – in diesem Fall kahlen, riesigen Wäldern – fort, auch wenn es jetzt mit vielen Wasserlöchern und deutlich mehr Strukturen wie Krypten oder Türmen geprägt ist.

Die Gebirge bieten mit ihren Gipfeln und blendend weißen Schneelandschaften eine angenehme Abwechslung zum saftigen Grün der vorangegangenen Landschaften. Die Gebirge tragen außerdem stark zum Landschaftsbild bei und beeindrucken mit teils sanften Anstiegen, aber auch schroffen Klippen. Insgesamt sehr gelungen, wird der Einstieg jedoch erheblich durch das Benötigen von Warmer Kleidung/Rüstung und der schwierigen Fortbewegung auf steilem Terrain erschwert, was sich nach Anfangsproblemen jedoch schnell gibt.

Das letzte Biom des Midgames – die Plains – zeichnen sich durch ewig wogende gelbe Grasmeere aus, was dem Spieler gleichzeitig ein sehr befriedigendes Gefühl verleiht, gleichzeitig aber auch Missmut aufgrund des schweren Einstiegs. Die Gegnerdichte ist in diesem wunderschönen Biom sehr hoch, was vor allem den Einstieg oder das Spielen mit wenig Equipment zu einer wahren Herausforderung macht. Besonders hervorzuheben sind in den Plains die Sonnenauf- und Untergänge, die in keinem anderen Biom so atmosphärisch sind.

Das mit Abstand atmosphärischste, aber auch gruseligste Biom stellt den Beginn des Lategames dar: Die Mistlands. Der deutsche Name „Nebellande“ ist eigentlich als Erklärung ausreichend, und zu sehen bekommt man deswegen auch wenig. Trotzdem sind die Nebellande mein absolutes Lieblingsbiom, was zum einen von der wunderschönen Landschaft herrührt, die man an einigen „Nebellöchern“ erblicken kann, zum anderen durch den wunderschönen, bunt schimmernden Nebel selbst. Die Herausforderung bleibt durch den Nebel sowie durch die zwar wenigen, aber sehr starken Gegner durchaus ernst, aber das macht ja ein gutes Lategame auch aus, oder?

Verbunden sind alle Biome mit Ozeanen und Flüssen, welche die Welt zum einen in ein komplexes Netz aus Inseln formt, zum anderen aber auch unabdingbar für den Transport von Rohstoffen und die Erkundung ist. Aber auch so macht der Ozean was her, mit seinen atemberaubenden Stürmen und wellenlosen Ruhephasen.

Die beiden letzten Biome und somit das Endgame sind von zwei der nordischen neun Welten inspiriert: Niflheim und Muspelheim. Letzteres ist die Welt der Feuerriesen und wird im Spiel durch die Ashlands verkörpert, welche im Mai 2024 ins Spiel geupdated wurden. Endgame heißt in Valheim schwer, und das sind die Ashlands auf jeden Fall! Jegliches Wasser wurde von Lava ersetzt, und die Spieler werden nur so mit Feuerschaden überhäuft, doch trotzdem haben die Ashlands eine ganz besondere Anziehung, sei es durch die schwarzen Mauern von Festungen oder einfach durch das einfach andere Farbschema.

Niflheim – die Welt der Frostriesen, welche im Spiel durch den „Deep North“ verkörpert wird, ist Stand jetzt noch nicht im Spiel, doch durch die Dev-Blogs erwarten und ersehnen sich viele Spieler einen Release gegen Ende 2025 oder Anfang 2026. Von diesem Update wird außerdem erwartet, dass es Valheim aus der Early Access Version zur Version „1.0“ patchen wird.

So eine wundervolle Welt nützt jedoch nichts, wenn die Grafik nicht stimmt, jedoch kann ich da alle an Valheim interessierten Spieler, beruhigen. Durch die simple und nicht hyperrealistische grafische Darstellung können es auch Leute mit weniger starker Hardware spielen, Valheim bietet aber auch eine extrem gute Darstellung von Licht, Wetter und Schatteneffekten für alle mit einem starken Computer. Des Weiteren passt die Grafik auch perfekt zum nordischen, nostalgischem Flair und bietet somit etwas für alle Spieler.

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Bauen, Kämpfen, Erkunden

So, jetzt gibt es in Valheim eine Welt, wunderschön und für alle da, aber was macht man damit?

Valheim hat eine sehr gute Balance gefunden, was die Ausnutzung der Welt angeht. Zum einen ist das von The Forest inspirierte Bausystem ein wahres Meisterwerk, der Spieler muss darauf achten, eine gewisse Statik einzuhalten, hat gleichzeitig aber durch die vielen Materialien aus jeglichen Biomen nahezu unvergleichliche Möglichkeiten. Außerdem ist hinzuzufügen, dass die Anzahl von Dekorationsgegenständen so vielseitig ist, dass Spieler eine unglaubliche Kreativität an den Tag legen können, die zu herausragenden Ergebnissen führen kann.

Genau aus diesem Grund veranstaltet das Iron Gate Studio auch monatlich Bauwettbewerbe, in der die kreativsten Spieler gekrönt werden, egal ob für eine enorme Halle der Helden oder ein Cozy-Bauernhaus. Einziger Kritikpunkt ist, dass man im Playthrough erst relativ spät (im Sumpf) kommt, welches man zum Bauen mit Stein benötigt – so baut man das erste Viertel des Spiels nur mit Holz, was im Zusammenspiel mit dem Statikzentrierten Bausystem schnell seine Grenzen hat.

Des Weiteren ist Holz sehr anfällig für Angriffe von den verschiedensten Kreaturen, was im Spiel durchaus keine Seltenheit ist. Vorneweg ist dazu zu sagen, dass das Kampfsystem nichts Besonderes ist, was nicht heißen soll, dass es schlecht ist. Es glänzt besonders durch seine Einfachheit, die in Kombination mit verschiedensten magischen und nicht magischen Waffen zu actiongeladenen Kämpfen führen, ohne stundenlange Übung zu benötigen. Klar gewinnt man während des Spiels an Erfahrung, und auch lernt man im späteren Verlauf, das Gelände für sich zu nutzen, was einem viele Vorteile bringen kann.

Die angesprochenen Waffen haben verschiedene Attribute, wie zum Beispiel „Stich“ oder „Schlag“ oder „Magie“, welche gegen manche Kreaturen stärker, gegen andere wiederum schlechter sind. Dies, und die eben erwähnte Tatsache mit dem Gelände, lässt vor allem Kämpfe gegen große Gruppen von Gegnern oder besonders starke Feinde zu kleinen taktischen Meisterleistungen werden. Es endet nur selten in sturem Maus 1-Spammen, höchstens später gegen schwächere Feinde.

Um ein paar Beispiele zu nennen, welche besondere Taktiken verlangen, habe ich mich als Erstes für den Troll entschieden, welcher im Dunkelwald anzutreffen ist und am Anfang wie ein Miniboss wirkt. Ohne Bow-Spamming ist er nicht zu besiegen. Im späteren Spielverlauf, ab dem Punkt, wo er einen nicht mehr direkt one-hitted, ist es von Vorteil, ihn mit Schlägen zuzusetzen und seinen Attacken auszuweichen. Des Weiteren gibt es eine lustige Mechanik, sich einen Troll mit Holzkeule zu suchen, welcher anschließend beim Versuch, den Spieler zu treffen, das Holzfällen übernimmt und damit viel Zeit einspart.

Ein weiterer sehr unangenehmer Zeitgenosse ist die Todesmücke (Deathsquito), welche in den Plains anzutreffen ist und vor allem am Anfang extrem frustrierend ist. Durch seinen hohen Triggerradius, seine extreme Agilität und seinen hohen Schaden ist er zwar nicht schwer zu besiegen, aber wenn man überrascht wird, ist man selbst mit guter Rüstung schnell gestorben. Das Problem ist, danach eine Mücke von seinem Grabstein zu vertreiben, die einen mit einem Stich tötet, nicht geblockt werden kann, nicht mit einem Faustschlag getötet werden kann, aber gleichzeitig besagten hohen Triggerradius besitzt.

Trotz solcher Probleme hat es immer Möglichkeiten gegeben, die jeweilige Situation zu lösen, und auch wenn es zeitweilig anstrengend war, die Nerven zu behalten, hat es sich immer nach einem gebalancten Spiel angefühlt, was sich auf Herausforderungen stützte.

Der dritte Teil neben Kämpfen und Bauen ist das Erkunden, hierzu kann der Spieler Portale bauen, die das Reisen und Rettungsaktionen erleichtern, er kann Wikingerschiffe bauen oder auch auf bestimmten Kreaturen reiten. Ich denke, dass ich mit meiner Weltbeschreibung allen Lesern schon ordentlich Lust auf das Erkunden gemacht habe, jedoch muss ich sagen, dass es selbst meine Erwartungen immer wieder übertrifft. Atmosphärisch, detailliert, nie langweilig, so lässt sich das Erkunden und die dabei entdeckte Welt beschreiben.

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Story und Bosse

Eine Story hat Valheim zwar nicht, aber man kann immer wieder ein bisschen Lore auf Runensteinen und Ähnlichem finden, jedoch muss ich sagen, dass eine Story Valheim aus dem Gleichgewicht bringen würde, es würde sich überladen anfühlen und die einzigartige Atmosphäre extrem stören.

Es gibt jedoch drei NPC’s im Game, drei Händler, die an zufälligen Orten generiert werden und Verbesserungen oder bestimmte Mittel zum Trank und Met brauen verkaufen. Dabei hat die zwergische Händlerin namens Hildir sogar eine kleine Side-Lore, nämlich wurde ihr Camp zerstört und man findet sich als Spieler nun in der Rolle wieder, ihre gestohlenen Sachen zurück zu holen, welche von drei Minibossen bewacht werden, wobei ein vierter auch in Planung ist. Im Gegensatz zu den richtigen Bossen, ist der Kampf gegen die Minibosse meist schwer, jedoch auch schnell vorbei.

Die Endbosse von Valheim, von denen jeder in seinem Biom beschworen werden kann, bieten im Gegensatz dazu lange, schwierige und Action geladene Kämpfe, für die lange und gute Vorbereitung unabdingbar ist, es sei denn, man möchte ewig versuchen, an seine Sachen zu kommen, denn da ist die Welt von Valheim unnachgiebig. Die Endbosse sind alle sehr vielseitig gestaltet, und auch die Kämpfe fühlten sich alle anders an und dauerten teilweise auch mal eine gute Stunde, besonders die Bosse des Gebirges – der Drache Moder, des Sumpfs – Bonemass (ein riesiger Schleim) und der der Ashlands – Fader (Großer Feuerhund) sind mir in besonderer Erinnerung geblieben, teils wegen ihrer beeindruckenden Aura, teils wegen der Dauer oder der Schwierigkeit.

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Fazit

Alles in allem ist es das Gesamtpaket, was Valheim zu so einem beeindruckenden Spiel für mich macht. Dazu kommt für mich der Fakt, dass man Valheim im Koop spielen kann, für mich noch besser. Ich kann jedem nur wärmstens empfehlen, das Spiel mit anderen zusammenzuspielen, denn die Anzahl von lustigen, spannenden und einfach nur guten Momenten ist einfach gigantisch. Egal, ob es das gemeinsame Bauen und Quatschen oder die spannenden Kämpfe sind, mit anderen macht Valheim noch einmal mehr Spaß und verringert die wenigen frustrierenden Momente, da man sich gegenseitig helfen kann.

Das sind die Gründe, warum Valheim für mich das beste Spiel seiner Art ist, und deswegen sollte es auch jeder mal gespielt haben, denn vergessen tut man es nicht so schnell wieder.

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Hat euch Valheim genauso beeindruckt? Oder braucht ihr ein game mit mehr Action wie beispielsweise Killing Floor 3, welches wir für euch getestet haben? Lasst es uns in den Kommentaren wissen!

Autor: Lukas Pohl

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