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No Man’s Sky – ein neun Jahre altes Spiel, das heute besser wirkt als je zuvor

No Man's Sky cover

Als No Man’s Sky im Jahr 2016 erschien, hätte wohl niemand gedacht, dass dieses Spiel neun Jahre später noch immer Thema sein würde. Und trotzdem: Während viele aktuelle Spiele mit bombastischer Grafik, straffen Storystrukturen oder Live-Service-Mechaniken um Aufmerksamkeit kämpfen, sticht No Man’s Sky heute aus genau gegenteiligen Gründen heraus.

Es ist freier, offener, ruhiger – und vor allem: Es lebt weiter.

Wie schafft ein Spiel dieses Alters das? Die Antwort liegt in seiner Entwicklung, die von einem spektakulären Fehlstart zu einer der beeindruckendsten Comeback-Geschichten der Gaming-Industrie wurde.

No Man’s Sky – Ein Spielplatz für Entdecker

Von Anfang an schien der Umfang von No Man’s Sky absolut illusorisch. Milliarden Planeten, prozedural generierte Kreaturen, unendliche Systeme – ein Universum, das nicht durch Levelgrenzen, sondern nur durch die eigene Neugier bestimmt werden sollte.

Heute, nachunzähligen Updates voller neuer Biome, Sternentypen, Ruinen, Artefakte und Anomalien, konnte diese Vision tatsächlich umgesetzt werden und die Freiheit, welche man als Spieler am eigenen Leib erfährt, ist intensiver als in jedem anderen Titel, welchen Ich bisher spielen Durfte.

Wenn man auf einem Planeten landet, weiß man: Kein Spieler vor dir hat genau diesen Ort gesehen. Dieses Gefühl ist immer noch einzigartig – und kein moderner Titel, so innovativ er auch sein mag, fängt genau diese Mischung aus Einsamkeit und Staunen ein die No Man’s Sky zu etwas so besonderen macht.

No Man's Sky SS1

Von der Bruchlandung zum Höhenflug

Als No Man’s Sky 2016 erschien, war die Enttäuschung riesig. Versprochen wurde so einiges, welches so nicht mal im Ansatz in das Spiel integriert war; Kernfeatures, fehlten, und ein Multiplayer, der kaum funktionierte sorgte für massiven Unmut. Das Spiel war kein Desaster, es war schließlich spielbar und machte sogar einigermaßen Spaß, aber aufgrund des massiven Unterschieds zwischen den vorausgegangen Versprechungen und dem Schlussendlich gelieferten Spiels wurde No Man’s Sky zu einem Mahnmal überhypter Visionen, die ihrer Zeit voraus oder schlicht zu ambitioniert sind.

Und dann tat Hello Games etwas, das fast niemand tut: Sie redeten nicht. Sie versprachen nichts. Sie veröffentlichten einfach ein Update nach dem anderen.Jahr für Jahr wurde No Man’s Sky größer, tiefer und vollständiger.

Zunächst wurde der versprochene Multiplayermodus hinzugefügt. Dann wurde der Basenbau deutlich komplexer, als er noch am Anfang war. Planeten wurden mit Leben gefüllt, da Städte und siedlungen eingeführt wurden. Raumschiffe wurden größer und begehbar und die Galaxie wurde erweitert: Es gab neue Sternklassen, neue Systeme, neue Atmosphären, Kreaturen und Ökosysteme. Alles wurde überarbeitet.

Das Spiel wuchs im Gegensatz zum gängigen Marktstandard nicht durch DLCs oder Monetarisierung, sondern durch kostenlose, massive Erweiterungen, die immer wieder gezeigt haben: Dieses Universum ist nicht fertig. Es ist im Werden.

Was einst ein „Flop“ war, wurde durch pure Ausdauer der Entwickler und dem Willen ihre Fehler wieder gut zu machen, zu einem der meist respektierten Projekte in der Gaminggeschichte.

No Man's Sky SS2

Gemeinschaft und Kreativität – Der Kern von No Man’s Sky

Heute ist No Man’s Sky nicht nur ein Entdeckerspiel, sondern auch ein kreatives Werkzeug. Basen sind zu Kunstwerken geworden. Raumschiffe sind fliegende Heimatorte für die Spielerschaft geworden. Gruppen von Spielern bauen gemeinsam Sternenstationen, Städte oder ganze Kolonien ganz getreu dem Motto: Gemeinsam kommen wir voran und können, ähnlich wie in Minecraft absolute Wunder der Kooperation schaffen. Und all das passiert in einer Community, die das Spiel aktiv weiterträgt.

Kaum ein Titel hat dieses Gefühl, gemeinsam im Unbekannten unterwegs zu sein, so organisch entwickelt wie No Man’s Sky. Umso eher fühlt man sich als einsamer Wanderer, der durch die Weiten des Universums zieht schnell verloren und kann in jenen, von Spielern geschaffenen Strukturen einen Ort finden, der nicht nur Zuflucht bietet, sondern auch Struktur in einem solch unendlichen Sandkasten schafft.

Warum No Man’s sky auch heute noch so besonders ist fragt ihr? Lasst euch sagen: Es ist weder die Grafik, welche allerdings durchaus zeitlos daherkommt, noch die Story, welche sowieso nur nettes Beiwerk darstellt. Es ist diese seltene Mischung aus: Unendlicher Weite, Entschleunigung, fantastischer kreativer Freiheit, stetiger Weiterentwicklung und der Tatsache, dass man sich nie „fertig“ fühlt. Das alles eingebettet in einen Rahmen, welcher von der Community selbst in dieser unendlich anmutenden Sandbox geschaffen wird

Viele moderne Titel wollen möglichst viel Aufmerksamkeit auf einmal haben und eure Zeit förmlich wie ein Schwamm aufsaugen; No Man’s Sky will dir Zeit geben alles in Ruhe zu erkunden und wirken zu lassen.

No Man's Sky SS4

Fazit: Ein altes Spiel, das jung geblieben ist.

Neun Jahre nach Veröffentlichung erinnert sich niemand an No Man’s Sky wegen des katastrophalen Fehlstarts, welchen dieses Projekt nachweislich geliefert hat, sondern für eines der größten Comebacks der Videospielgeschichte und ein Zuhause für tausende kreative Köpfe, die Außerhalb von geraden Linien und Mustern wie in Minecraft denken wollen.

Die einst mutige Vision von HelloGames ist heute Realität geworden, und mehr noch – sie wurde weiterentwickelt, verfeinert und wirkt lebendiger als je zuvor. Und genau deshalb sticht No Man’s Sky zwischen all den modernen, technisch imposanten Spielen hervor: Weil es eben gerade nicht versucht, mitzuhalten. Es folgt keinen Trends, stattdessen wächst es einfach weiter – still, konstant und überraschend hochwertig.

No Man’s Sky ist zu dem geworden, was man sich eigentlich für alle modernen Titel wünschen würde, zu dem einen, seltenen Beispiel für ein Spiel, das mit jedem Jahr besser wird und selbst fast eine Dekade nach Veröffentlichung immer noch alles daransetzt die Spieler in seinen Bann zu ziehen.

Und vielleicht ist genau das der Grund, warum es bis heute wirkt, als wäre dieser fast ein Jahrzehnt alte Titel seiner Zeit immer noch ein bisschen voraus.

No Man's Sky SS3

Falls ihr No Man’s Sky noch nicht gespielt habt, könnt ihr es HIER auf Steam erwerben. Falls ihr Erkundung nicht mögt und lieber linearer durch verschiedene Welten streift, ist vielleicht BOTI: Byteland Overclocked etwas für euch, ein Titel der hier auf Gamecheck schon vor einer Weile getestet wurde. Lasst mich in den Kommentaren wissen, was ihr von No Man’s Sky haltet.

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